Es ist wichtig, im Erbrecht gut beraten zu sein

Das geltende Gesetz weicht in seinen Regelungen meist von dem Willen des/der Erblasser(s) ab. Deshalb sind klare testamentarische Regelungen notwendig.

Bei überdurchschnittlich vielen Erbfällen mit Erbstreitigkeiten gibt es weder Testament noch Erbvertrag. Am Schlimmsten sind unwirksame Testamente, die der/die Erblasser/in in dem Glauben errichtet hat, alles gut geregelt zu haben. Manche Erblasser bedenken mehrere Leute mit Vermächtnissen und Auflagen, ohne konkret einen Erben zu bestimmen. Deshalb ist Beratung zum Inhalt und zur Form eines wirksamen Testaments unerlässlich.

 Der/Die Erblasser/in kann nur mit Testament oder Erbvertrag bestimmen, wer erbt. Meist sind Vermächtnisse, Auflagen, Wohnrechte oder Testamentsvollstreckung gewünscht. Das geht nur durch testamentarsiche Anordnung. Pflichtteilsrechte schränken den Erblasser ein, aber es gibt zu Lebzeiten Möglichkeiten, die Schwierigkeiten zu umgehen, hier gibt es u.a. Pflichtteilsverzichtsverträge mit Abfindung. Diese Verträge erstelle ich gerne für Sie. Lebensgefährten und Stiefkinder haben kein gesetzliches Erbrecht. Auch hier z.B. ist der Bedarf eines Testaments oder Erbvertrages gegeben.

Vergessen Sie nicht die Vorsorgevollmacht, mit der Sie einen vertrauten Menschen für die Belange bei Betreuung oder Krankheit einsetzen können. Falls Sie selbst nicht Ihren Willen kundtun können, so kann es der Ehegatte u.U. nicht, denn die Ärzte sind nur an die Vollmacht gebunden, nicht an Wünsche Ihres Ehegatten. Nehmen Sie keine Vordrucke - das ist unwirksam! Ihr individueller Wille muss kundgetan werden. Ich erstelle gerne die passende Vollmacht für Sie.

 

Was ist die aktuelle Rechtslage im Erbrecht?

Das Erbrecht wurde mit einigen Reformen versehen. Es wurden sowohl Freibeträge und Steuersätze im Erbschaftssteuerrecht, also auch materielles Erbrecht sowie Bewertungsverfahren geändert.

Nach altem Recht (bis 2010) zog der Staat nur ca. 60% des Wertes einer Immobilie zur Besteuerung heran. Wurde dagegen Geldvermögen vererbt, zählte es zu 100%. Das wurde vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft. Nunmehr muss der volle Verkehrswert der Immobilie zur Besteuerung herangezogen werden.

Wenn die geerbte Immobilie vom Ehepartner oder von den Kindern selbst genutzt wird und der Erbe 10 Jahre lang darin wohnen bleibt, ohne die Immobilie zu verkaufen oder zu vermieten, ist die geerbte Immobilie steuerfrei. Bei Kindern gilt allerdings die Beschränkung, dass die Wohnfläche der geerbten Immobilie nicht größer als 200qm sein darf. Immobilien die zu Wohnzwecken fremdvermietet sind, werden mit 90% ihres Wertes besteuert. Die Einzelheiten zur Bewertung finden sich im Bewertungsgesetz und bedürfen im Regelfall der Überprüfung durch einen Sachverständigen.

Besonderheiten gibt es bei Vererbung von Familienunternehmen. Hier fällt keine Erbschaftsteuer an, vorausgesetzt der Betrieb wird mindestens 7 Jahre unter Erhaltung der Arbeitsplätze weitergeführt, darüber hinaus gibt es weitere Auflagen. Wird das Unternehmen nur 5 Jahre gehalten, müssen 15% des Betriebsvermögens versteuert werden. Bei beiden Varianten sind unterschiedliche Maßstäbe anzusetzen. Auch dies regelt ausführlich das Gesetz. Die Einzelheiten bei der Vererbung von Betriebsvermögen sind kompliziert und bedürfen eingehender Beratung.

Folgende Beispiele:

  • Die größten Steuervorteile erhalten die eingetragenen Lebenspartner (Freibetrag neu: €500.000,00). Damit erfolgte eine vollkommene Gleichstellung mit Ehegatten.
  • Die Kinder und Ehegatten haben höhere Freibeträge bekommen, die Geschwister sind schlechter dran, allerdings erhalten diese geringere Steuersätze. Tipp: Gestaltung „über“ die Eltern, lassen Sie sich beraten!
  • Selbstgenutztes Wohneigentum und Familienunternehmen können unter bestimmten Bedingungen steuerfrei vererbt werden. Durch die Verkehrswertbesteuerung wird es zu mehr Rechtsstreitigkeiten um Bewertungsfragen kommen.
  • Änderungen gibt es in der Bewertung von Lebensversicherungen: es zählt nur noch der Rückkaufswert für die Wertfeststellung.
  • Pflegeleistungen werden besser berücksichtigt und können gegen den Erben als Anspruch geltend gemacht werden.
  • Die Gründe für die Entziehung des Pflichtteils werden angepasst. 
  • Das neue Abschmelzungsmodell bei der 10-Jahresfrist bei Pflichtteilsergänzung sorgt für mehr Planbarkeit.
  • Achtung: Die Verjährung wird auf 3 Jahre Regelverjährung angepasst!
  • Deutsche mit Wohnsitz in Österreich werden nicht mehr bevorzugt, bei Erbschaft ist z.B. das Kapitalvermögen in Österreich zu besteuern.

Das Recht unterliegt der ständigen Änderung, die Aufzählungen sind beispielhaft, für die Richtigkeit im Einzelfall wird nicht gehaftet!
Für eine spezifische Situation lassen Sie sich bitte von mir beraten.

 

 Die geltenden Steuerfreibeträge und Steuersätze

 

 Klasse
 Verwandtschaftsgrad
 Freibetrag
I
Ehegatte
500.000 €
I
Kinder, Stiefkinder
400.000 €
I
Enkel, Urenkel
200.000 €
I
Eltern, Großeltern (nur im Erbfall)
100.000 €
II
Geschwister, Nichten, Neffen, geschiedener Ehegatte, Schwiegereltern, Eltern, Großeltern (bei Schenkung)
20.000 €
III
Eingetragener Lebensgefährte
500.000 €
III
Sonstige (Nichtverwandte)
20.000 €

 

Wert bis

I

 

II ab 2010

 

III

 

75.000 €

7%

15%

30%

300.000 €

11%

20%

30%

600.000 €

15%

25%

30%

6 Mio. €

19%

30%

30%

13 Mio. €

23%

35%

50%

26 Mio. €

27%

40%

50%

>26 Mio.  €

30%

43%

50%

 

Unabhängig von jeder Änderung oder Reform ist es sinnvoll,  das Testament in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, da sich das Erbrecht stetig ändert.  Auf keinen Fall sollte man sich auf die gesetzliche Erbfolge verlassen.

Sollten größere Vermögen übergeben werden, ist es sinnvoll sich in der  Kanzlei beraten zu lassen, ob es steuerlich günstigere Möglichkeiten gibt, das Erbe aufzuteilen oder zu Lebzeiten weiterführende Maßnahmen zu einzuleiten.

 

 

Wichtig sind folgende Regeln:

 

1.  Testament statt gesetzliche Erbfolge

2.  Familie geht vor - Fragen der Wiederverheiratung - Enkel - Nicht eheliche Kinder

3.  Vermächtnisse/ Auflagen bedenken

4.  Pflichtteilsansprüche beachten

5.  Auslandesbezug überprüfen

6.  Freibeträge optimal ausnutzen

7.  Vermögensstreit der Erben vorhersehen und vermeiden

 

Ich erstelle für Sie:

Erbverträge, Einzeltestamente, Ehegattentestamente (Berliner Testamente), Immobilienübertragungen, Lebzeitige Schenkungsverträge, Nießbrauchsvorbehalte, Leibrentenverträge, Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen, Betreuungsverfügungen und vieles mehr.

 

Zur Immobilienübertragung habe ich eine eigene umfassende Broschüre auf Anfrage in der Kanzlei.